Schnupperwochenende Eseltrekking

Annika und Moritz waren an einem Wochenende im Juni mit Sancho im Bergischen Land unterwegs. In ihrem Erfahrungsbericht blicken sie auf drei erlebnisreiche Tage zurück und berichten von allem was sie unterwegs erlebt haben.

Tag 1

Einweisung Hufpflege

Wir sind angereist und haben zuerst unser Zelt auf dem Campingplatz „Am Mühlenberg“ aufgeschlagen. Danach ging es weiter zum Stall, um Sancho abzuholen und für unser erstes Abendteuer fertig zu machen. Da wir vorher eine ausführliche Einweisung bekommen hatten, waren wir schon gut vorbereitet und wussten, worauf wir achten mussten.

 

Dann ging es endlich los: Esel voll beladen und ab in die Natur!
Leider fing es schon recht schnell an zu regnen. Der Regen sollte uns auch die nächsten Tage begleiten. Sowohl Sancho als auch wir mussten uns zunächst aneinander gewöhnen und Vertrauen zueinander aufbauen. Durch viel Ausprobieren und gegenseitiges Beobachten sind wir drei aber sehr schnell zu einem guten Team geworden und konnten unseren ersten gemeinsamen Lauf schon richtig genießen.

Bei Sancho merkt man sofort, dass er das Wandern und seine Aufgabe liebt. Seine Motivation war unglaublich ansteckend, sodass wir mit schnellen Schritten die ersten Kilometer zurücklegen konnten. Es war schön zu sehen, wie viel Freude er daran hatte, unterwegs zu sein. Einen kleinen Freund hat Sancho auf seiner ersten Tour auch direkt gefunden: einen kleinen Esel, der völlig vernarrt in ihn war. Er lief hinter seinem Gatter die ganze Zeit mit uns mit und war sichtlich traurig, dass er nicht mit auf die Wanderung kommen durfte.
So ging unser erster Tag voller neuer Eindrücke, Vertrauen und ersten schönen Begegnungen zu Ende.

Tag 2

Als wir am Morgen von einem I-Ah geweckt wurden, wussten wir: Es ist Zeit aufzustehen und uns wieder auf den Weg in die Natur zu machen.
Dieses Mal ließen wir uns viel Zeit und machten Sancho ganz in Ruhe fertig. Die nächste Tour konnte nun beginnen. Einen festen Plan hatten wir nicht – wir wollten einfach schauen, wohin es uns verschlägt und die Wanderung auf uns zukommen lassen. Zunächst führte uns der Weg mitten durch den Wald, wo wir etwas Schutz vor dem Regen fanden, Nach einigen Kilometern kamen wir an einem kleinen Dorf vorbei und beschlossen, dort etwas zu essen zu besorgen, um später eine ausgiebige Mittagspause in der Natur machen zu können. Bevor es weiterging, durfte Sancho natürlich erstmal in Ruhe grasen.
Es war unglaublich zu beobachten, wie die Tiere auf Sancho reagieren. Es war auf jeden Fall ein großes Highlight für uns auf der Tour. Einige Ziegen waren völlig aufgeregt, Katzen am Straßenrand schauten ihn neugierig an und selbst ein paar Hühner unterbrachen ihr Fressen, um den ungewöhnlichen Besucher zu bestaunen. Aber nicht nur die Tiere fanden Sancho spannend – auch die Menschen waren begeistert. Immer wieder mussten wir stehen bleiben und Fragen beantworten. Einen voll bepackten Esel sieht man schließlich nicht alle Tage.

Am Supermarkt angekommen, deckten wir uns mit allem Nötigen für unsere Pause ein. Sancho blieb dabei ganz ruhig und meisterte die Situation wirklich großartig. Trotzdem zog es uns schnell wieder zurück in die Natur. Wir wollten einen ruhigen Platz finden, an dem wir alle entspannen konnten.
Auf der Suche nach dem perfekten Rastplatz begegneten wir einem Mann, der von Sancho so begeistert war, dass er uns spontan mit einem alten Bauerngedicht unterhalten wollte. Wir fragten uns kurz, ob Sancho seine langen Ohren unter anderem deshalb hat, damit ihm unterwegs wirklich nichts entgeht – nicht einmal ein unverhofftes Bauerngedicht.

Kurz darauf fanden wir den perfekten Platz: genug Gras für Sancho und absolute Ruhe für uns. Wir spannten unsere Hängematte auf und genossen einfach den Moment. Es ging weiter – immer der Nase nach. Wir hatten inzwischen schon viele Kilometer zurückgelegt und beschlossen am frühen Abend den Rückweg zum Campingplatz anzutreten. Unterwegs kamen wir wieder an dem kleinen Esel vorbei, den Sancho schon am Vortag so begeistert begrüßt hatte. Danach wartete noch eine ganz besondere Begegnung auf uns: eine ganze Herde Kühe. Die Tiere waren unglaublich neugierig und zutraulich. Die komplette Herde begleitete uns eine Weile am Zaun entlang und beobachtete jeden Schritt von Sancho.

Dann kam sogar noch die Sonne raus- ein echtes Highlight nach dem vielen Regen.

Nach insgesamt 18 Kilometern waren wir am Abend glücklich und müde wieder am Campingplatz angekommen. Sancho konnte seinen wohlverdienten Feierabend genießen- und wir waren dankbar für dieses kleine Abenteuer und ließen den Tag Revue passieren.

Tag 3

Wir waren wohl alle ein bisschen müde und geschafft von der Tour vom Vortag. Trotzdem wollten wir nicht auf einen weiteren Ausflug in die Natur verzichten.
Wir ließen es dieses Mal wirklich ruhig angehen und entschieden uns schon nach kurzer Zeit für eine ausgiebige Pause im Wald. Wir fanden einen wunderschönen Platz mit toller Aussicht und natürlich auch genug Futter für Sancho. Während er entspannt grasen konnte, genossen wir die Ruhe und die besondere Atmosphäre mitten in der Natur. Danach machten wir uns wieder auf den Weg und probierten neue Wege aus. Dabei entdeckten wir wunderschöne Landschaften und Ecken, die wir sonst wahrscheinlich nie gesehen hätten. Der Regen verschonte uns auch an diesem Tag nicht- aber mittlerweile gehörte er fast schon zu unserer Tour dazu und konnte unsere Stimmung nicht trüben. Trotz des Wetters gingen wir noch eine ganze Weile weiter und genossen die Stille, die Natur und die gemeinsame Zeit.

Am späten Nachmittag entschieden wir uns dann aber, umzukehren und zurück zum Campingplatz zu laufen. Dort angekommen, wurden wir von drei kleinen Schafen begrüßt, mit denen Sancho die letzten Tage zusammen auf der Weide gestanden hatte. Die Wiedersehensfreude war allerdings eher einseitig: Die Schafe suchten ziemlich schnell das Weite, sobald Sancho auf sie zukam. Verständlich – in ihren Augen ist Sancho vermutlich ein Riese.

 

Zum Abschluss des Tages gab es wie jeden Tag ein leckeres Leckerli und eine Kuscheleinheit-natürlich nur wenn Sancho das auch wollte. Denn bei ihm war klar: Hier gibt er den Ton an. Aber genau das macht ihn sehr besonders.

Es war bereits der letzte Tag unserer Tour. Wir ließen das lange Wochenende bei einem leckeren Schnitzel im nahegelegenen Wirtshaus gemütlich ausklingen und blickten auf viele schöne Momente zurück.

Die Tour war trotz des vielen Regens eine unglaublich tolle Erfahrung. Man kommt zur Ruhe, entschleunigt und wird ein Stück weit eins mit der Natur. Auch als Team sind wir jeden Tag besser zusammengewachsen und haben immer mehr aufeinander vertraut.

Der Abschied von Sancho fiel uns am Ende ein bisschen schwer. Aber eins ist sicher: Wir kommen wieder.